Kaufnebenkosten 2026

Kaufnebenkosten Spanien — was zum Kaufpreis dazukommt

ITP, IMT, Notar, Grundbuch, Anwalt — vollständige Kostenübersicht für deutsche Käufer in Spanien und Portugal. Mit regionalem ITP-Vergleich.

Kurz beantwortet

Wie hoch sind die Nebenkosten?

In Spanien 10–13 % des Kaufpreises — größter Posten die regionale ITP (Grunderwerbsteuer, 6,5–13 %), dazu Notar, Grundbuch, Anwalt und NIE. In Portugal 7–10 %.

Kommen sie zum Eigenkapital dazu?

Ja — Nebenkosten sind nicht finanzierbar und kommen zum Eigenkapital hinzu. Bei 70 % Beleihung und 11 % Nebenkosten brauchen Sie rund 41 % des Kaufpreises aus Eigenmitteln.

Wer zahlt die AJD auf die Hypothek?

Seit 2018 die Bank, nicht der Käufer (Real Decreto-ley 17/2018). AJD zahlen Sie nur beim Neubau — dort auf die Kaufurkunde.

Wie viel Kaufnebenkosten muss ich in Spanien einplanen?

Rechnen Sie beim Immobilienkauf in Spanien mit rund 10 bis 13 % Kaufnebenkosten zusätzlich zum Kaufpreis — in Portugal ähnlich. Der größte Posten ist die Grunderwerbsteuer: in Spanien die ITP beim Bestandskauf, deren Satz je autonomer Region schwankt, beim Neubau stattdessen die IVA plus AJD. In Portugal übernimmt die gestaffelte IMT diese Rolle. Dazu kommen Notar und Grundbuch, das Anwaltshonorar und, falls Sie finanzieren, die Kosten der Tasación (Wertgutachten) sowie Bankgebühren. Wichtig für die Kalkulation: Banken finanzieren den Kaufpreis, nicht die Nebenkosten. Diese müssen Sie aus Eigenkapital tragen — zusätzlich zum Eigenanteil am Kaufpreis, denn beliehen wird nur der niedrigere Wert aus Kaufpreis und Tasación. Wer die Nebenkosten früh in die Finanzierung einplant, vermeidet die häufigste Lücke deutscher Käufer kurz vor dem Notartermin: genug Geld für die Immobilie, aber zu wenig für den Kauf drumherum.

Kaufnebenkosten 2026

Der größte Kostenfaktor: die Grunderwerbsteuer

Die Nebenkosten Immobilienkauf Spanien setzen sich aus mehreren Posten zusammen, der größte davon ist die Steuer. Beim Kauf einer Gebrauchtimmobilie in Spanien fällt die Grunderwerbsteuer Spanien (ITP, Impuesto de Transmisiones Patrimoniales) an — und deren Höhe hängt von der Autonomen Gemeinschaft ab. In Portugal heißt das Pendant IMT und ist gestaffelt. Das macht erhebliche Unterschiede.

ITP-Vergleich Spanien

Grunderwerbsteuer nach Region (Stand 07/2026, autonome Steuergesetze)

Niedrig

Kanaren

ITP 6,5 % beim Gebrauchtkauf. Neubau: IGIC 7 % statt IVA 10 %, dazu AJD 0,75 % auf die Kaufurkunde.

Niedrig

Andalusien (Marbella)

ITP 7 % beim Gebrauchtkauf. Vermögenssteuer effektiv 0 (Bonifikation 100 %).

Standard

Balearen (Mallorca, Ibiza)

ITP ab 8 %, gestaffelt bis 13 %. Erhöhter Vermögenssteuer-Freibetrag 3 Mio. € pro Person.

Hoch

Katalonien (Costa Brava)

ITP gestaffelt 10–13 % (Decret llei 5/2025): 10 % bis 600.000 €, 11 % bis 900.000 €, 12 % bis 1,5 Mio, darüber 13 %. Niedrigere Einstiegspreise gleichen aus.

Hoch

Valencianische Gemeinschaft

ITP 9 % bis 1 Mio. €, 11 % darüber (seit 01.06.2026, Ley 5/2025). Solide Mietrenditen kompensieren teilweise.

Standard

Madrid

ITP 6 %. Bei Hauptwohnsitz teilweise Ermäßigungen.

Waagerechte Balken für 7 autonome Gemeinschaften Spaniens mit dem ITP-Satz beim Bestandskauf, von Comunidad de Madrid mit 6 % bis Illes Balears mit 13 %. Wo der Balken eine Spanne zeigt, ist die Steuer nach Kaufpreis gestaffelt.

Dieselbe Wohnung kostet je nach autonomer Gemeinschaft mehrere Prozentpunkte des Kaufpreises mehr oder weniger an Erwerbsteuer. Am niedrigsten liegt Comunidad de Madrid mit 6 %, am höchsten Illes Balears mit bis zu 13 %. Gestaffelt nach Kaufpreis sind Illes Balears, Comunitat Valenciana, Catalunya — dort steigt der Satz mit dem Preis. Die ITP fällt beim Kauf vom Voreigentümer an; beim Neubau vom Bauträger tritt an ihre Stelle die Mehrwertsteuer zuzüglich AJD. Ermäßigungen der Gemeinschaften setzen fast durchweg Eigennutzung, Alter oder eine Einkommensgrenze voraus und sind für Nicht-Residenten selten erreichbar.

Quelle: Rechtsgrundlagen je Gemeinschaft, dort einzeln benannt · Stand 19.08.2026

Vollständige Kostenübersicht

Kosten Hauskauf Spanien — alle Posten im Überblick

Bei einem typischen Mallorca-Kauf von 400.000 € zahlen Sie ca. 10–11 % Nebenkosten on top:

Beispiel · 400.000 € Mallorca

Vollständige Kostenliste

  • ITP 8 % (Balearen)32.000 €
  • Notar (0,5–1 %)2.000–4.000 €
  • Grundbuch (0,3–0,5 %)1.200–2.000 €
  • Anwalt (1 %)4.000 €
  • NIE-Antrag~12 € (staatlich) + 200–600 € (Service)
  • Summe Nebenkosten~39.500–42.500 € (10–11 %)

Modellrechnung ohne Gewähr. Tatsächliche Kosten variieren je nach Notar, Anwalt und Hypothek.

Wer zahlt was

Maklerprovision in Spanien — wer sie zahlt

Anders als in Deutschland trägt in Spanien in der Regel der Verkäufer die Maklerprovision, üblich sind rund […] % des Kaufpreises. Für Sie als Käufer taucht dieser Posten deshalb meist nicht in der eigenen Nebenkostenrechnung auf — Ausnahme sind Fälle, in denen der Makler ausdrücklich exklusiv für den Käufer sucht und dafür ein eigenes Honorar vereinbart wird. Ob das bei einem konkreten Angebot der Fall ist, steht im Maklervertrag bzw. der Objektbeschreibung.

Notarkosten im Detail

Notarkosten Spanien: was die Beurkundung kostet

Die Notarkosten liegen bei 0,5 bis 1 % des Kaufpreises (siehe Kostenliste oben) und richten sich nach einer staatlich festgelegten Gebührentabelle, nicht nach freier Vereinbarung — der Notar berechnet sie anhand von Kaufpreis, Urkundenlänge und Anzahl der Kopien. Bei einer Hypothek kommt eine zweite, separate Notargebühr für die Darlehensurkunde hinzu, die die finanzierende Bank trägt (siehe AJD-Regelung oben). Der Notartermin selbst findet erst statt, wenn Kaufpreis und Finanzierung vollständig geklärt sind — er ist der letzte, nicht der erste Schritt im Ablauf.

Portugal-Variante

IMT statt ITP — gestaffelt

Portugal erhebt eine gestaffelte IMT (Imposto Municipal sobre Transmissões), die sich am Kaufpreis orientiert. Tendenz: Kleinere Objekte werden günstig besteuert, große progressiv höher. Plus Stempelsteuer IS 0,8 %, Notar, NIF. Insgesamt rund 7–10 % Nebenkosten. Achtung Nicht-Residenten: Seit 25.5.2026 gilt ein einheitlicher IMT-Satz von 7,5 % für Käufer ohne portugiesischen Steuerwohnsitz (DL 97/2026, Art. 6 — die progressive Staffel entfällt dann für Sie), außer bei Steuerresidenz binnen zwei Jahren oder moderater Vermietung. Rechenbeispiele und Ausnahmen im Detail.

Zwei waagerechte Spannenbalken: Spanien 10 % bis 13 % des Kaufpreises, Portugal 7 % bis 10 %. Der Kauf in Spanien kostet obenauf spürbar mehr als in Portugal — auf 400.000 € Kaufpreis rund 12.000 € bis 12.000 € mehr.

Der Kauf in Spanien kostet obenauf spürbar mehr als in Portugal. In Spanien liegen die gesamten Kaufnebenkosten je nach Region bei 10 % bis 13 % des Kaufpreises, in Portugal bei 7 % bis 10 %. Auf 400.000 € Kaufpreis sind das 40.000 € bis 52.000 € gegenüber 28.000 € bis 40.000 €. Diese Summe zahlt der Käufer aus Eigenmitteln; die Bank finanziert sie nicht mit.

Quelle: eigene Kostenseiten auf perini.es · Stand 19.08.2026

FAQ

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf in Spanien?
Je nach Region 10–13 % des Kaufpreises. Die größte Position ist die ITP (Grunderwerbsteuer): Balearen gestaffelt 8–13 % (400.000 € 8 %, bis 2 Mio. gestuft, darüber 13 %), Andalusien 7 %, Katalonien gestaffelt 10–13 % (Decret llei 5/2025), Valencia 9 % (11 % über 1 Mio), Kanaren 6,5 %. Hinzu kommen Notar (0,5–1 %), Grundbuch (0,3–0,5 %), Anwalt (1 %) und NIE-Beantragung. Die AJD auf die Hypothek zahlt seit 2018 die Bank, nicht der Käufer.
Warum sind die Nebenkosten in Portugal niedriger?
Die IMT ist gestaffelt — für mittlere Kaufpreise ergeben sich oft niedrigere Effektivsätze als die spanische pauschale ITP. Zusätzlich gibt es weniger Zwischensteuern. Insgesamt 7–10 % Nebenkosten. Für Nicht-Residenten gilt seit 25.5.2026 ein IMT-Fixsatz von 7,5 % (DL 97/2026), außer bei Steuerresidenz binnen zwei Jahren oder moderater Vermietung.
Kann ich die Nebenkosten als Eigenkapital nutzen?
Nein, im Gegenteil: Kaufnebenkosten müssen zusätzlich zum Eigenkapital aufgebracht werden, weil sie nicht finanzierbar sind. Bei 70 % Beleihung in Spanien und 11 % Nebenkosten brauchen Sie also 30 + 11 = ca. 41 % Eigenmittel des Kaufpreises.
Was kostet ein guter Anwalt in Spanien?
Übliche Honorare: 1 % des Kaufpreises, mindestens 1.500–2.000 €. Bei komplexeren Käufen (Bauträger, Sanierungsobjekte) auch höher. Ein guter Anwalt prüft Lasten, Mängel, Lizenzen — und ist sein Geld wert.
Wer zahlt die AJD bei einer Hypothek?
Nicht Sie, sondern die Bank. Seit dem 10. November 2018 ist bei Hypothekenurkunden der Darlehensgeber Schuldner der AJD (Real Decreto-ley 17/2018, bestätigt durch die Ley 5/2019). Sie ist damit kein Käuferposten mehr und darf auch nicht per Vertragsklausel auf Sie abgewälzt werden. Als Käufer zahlen Sie AJD nur beim Neubau — dort auf die Kaufurkunde, weil diese der IVA unterliegt; je nach Region rund 0,75–1,5 % (Comunitat Valenciana 1,4 %).
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